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23.8.2014 MalenRadi/Meran
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| Am Samstag sich das wechselhaft und kühle Wetter fort. Verbreitet gibt es Regenschauer oder vereinzelt Gewitter. Die Sonne scheint nur gelegentlich mal. Im Nordosten ist es dabei verbreitet noch am freundlichsten. Der Wind weht schwach bis mäßig, in höheren Lagen und an der Küste auch frisch mit starken Böen aus West bis Südwest. | Der Sonntag bringt bei wechselnder Bewölkung örtlich ein paar Schauer oder einzelne Gewitter. Dabei besteht im Südwesten und Nordbayern die geringste, im Norden die höchste Schauerwahrscheinlichkeit. Der Wind weht schwach bis mäßig, im Norden frisch, an der Küste mit starken Böen aus westlichen Richtungen. |
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Motiv: Premierministerin Erna Solberg bei der Partie Ivan Saric gegen
Magnus Carlsen – Quelle: Statsministerens kontorNach seiner zweiten Niederlage hatte Magnus Carlsen keine Lust mehr. Er hatte schon gegen den Deutschen Arkadij Naiditsch verloren und gegen den Kroaten Ivan Šarić. Und so trat er zur letzten Partie des norwegischen Teams bei der Schacholympiade am Donnerstag gegen Malaysia gar nicht mehr an. Er soll Tromsø, den Austragungsort, zu diesem Zeitpunkt sogar schon verlassen haben.
Dabei hatten sich alle so gefreut. Eine Schacholympiade im Land des Weltmeisters, des Schach-Models. Ganz Norwegen, so schien es, drängte sich um Carlsens Brett. Vor der Partie gegen Šarić kam sogar die norwegische Premierministerin Erna Solberg vorbei und machte den ersten Zug. Es half nichts. Zwei Niederlagen bei einer Schacholympiade, das war einem amtierenden Weltmeister noch nie passiert.
Das Team der Norweger landete am Ende nur auf einem enttäuschenden 29. Platz. Schon kam der Verdacht auf, Carlsen nehme das Turnier nicht ernst, bereite sich nicht gewissenhaft vor und spiele egoistisch. Doch stimmt das wirklich?
Die Schachfans sind in den vergangenen Jahren verwöhnt vom nahezu perfekten Spiel Carlsens. Ihre Erwartungen wurden mit jedem seiner Siege weiter nach oben geschraubt. Doch auch Magnus Carlsen kann nicht zaubern. Die meisten seiner Gegner bei dieser Olympiade gehören zur erweiterten Weltspitze. Und wenn die sich zu keinem Fehler hinreißen lassen und sehr vorsichtig agieren – schließlich geht es gegen den Weltmeister – ist es auch schwer für Carlsen, zu gewinnen.
Schon zu Beginn der Olympiade fragen sich einige, warum es dem stärksten Schachspieler der Welt nicht gelungen war, die Nummer 279 der Weltrangliste Tomi Nyback zu schlagen. Schließlich trennten die beiden gut 300 Elo-Punkte, beim Schach ein Klassenunterschied. Doch Nyback forcierte das Spiel, die Partie endete remis. Dass Carlsen wieder eine nahezu perfekte Partie gespielt hatte, ging inmitten der Verwunderung unter. Die Erwartungshaltung vieler ist eben nicht an die Leistung, sondern an den Erfolg gekoppelt.
Es wurde auch viel über Carlsens Experimentierfreudigkeit diskutiert. Hinter vorgehaltener Hand wurde ihm jene als Egoismus ausgelegt, da er sich ohne Rücksicht auf das Mannschaftsergebnis in neuen Dingen versuchte und so den Erfolg seines Teams gefährdete. In der Tat experimentierte Carlsen viel bei dieser Olympiade und geriet dadurch oftmals an den Rand einer Niederlage.
Besonders in den Runden fünf und sechs, als es mit Levon Aronian und Fabiano Caruana gegen die Nummer zwei und drei der Weltrangliste ging, stand Carlsen mehr als nur gefährdet, zum Teil gar auf Verlust. Viele Beobachter attestierten ihm Übermut, insbesondere bei der Eröffnungswahl gegen Caruana, als er zur skandinavischen Verteidigung griff. Diese genießt auf Topniveau zu Recht einen zweifelhaften Ruf und Carlsen kam schnell in Nachteil. Der Verdacht kam auf, er wolle seinen engsten Konkurrenten zeigen, er könne alles gegen sie spielen und verliere doch nicht. Besonders brisant ist, dass er tatsächlich aus den zwei Partien 1,5 Punkte mit den schwarzen Steinen erspielt hat.
Neuen Antrieb bekam die Ego-Diskussion nach der Partie gegen den Kroaten Šarić. Carlsen wählte eine selten gespielte Abfolge, die als sehr riskant gilt. Das Ergebnis war eine Niederlage gegen die Nummer 75 der Weltrangliste, der Weltmeister war komplett chancenlos. Dessen riskanter Partieanlage wurde mehr Aufmerksamkeit gewidmet, als der starken Leistung von Šarić. Und auch in dieser Partie wurde Carlsen unbedingter Siegeswille als Überheblichkeit und Desinteresse gesehen. Risikobereitschaft wird scheinbar nur dann positiv gesehen, wenn sie auch Erfolg bringt.
___________________________
Bei einer Umfrage im Jahr 2000, bei der die Befragten zum Genießer-Image von Politikern befragt wurden, wobei Noten zwischen +5 (echter Genießer) und −5 (gar kein Genießer) vergeben wurden, schnitt der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder mit 3,3 am besten ab. Auf Platz 2 folgte der damalige Bundespräsident Johannes Rau (2,1), dahinter landeten Joschka Fischer (1,7), Guido Westerwelle (1,4) und Franz Müntefering (1,2). Angela Merkel wurde mit −0,4 bewertet, Hans Eichel mit −0,5.[7]
Als „Genießer des Jahres“ werden jährlich durch den Schlemmer Atlas Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ausgezeichnet.[8]
Siehe auch
Literatur
- Reinhold Bergler, Tanja Hoff: Genuss und Gesundheit. Psychologische Bedeutungen von Genuss und Kultur. Kölner Universitas-Verlag, Köln 2002, ISBN 3-874-27087-4.
- Andreas Dorschel: Vom Genießen. Reflexionen zu Richard Strauss. In: Andreas Dorschel (Hrsg.): Gemurmel unterhalb des Rauschens. Theodor W. Adorno und Richard Strauss (Studien zur Wertungsforschung; Bd. 45). Universal Edition, Wien/London/New York 2004, S. 23–37, ISBN 3-7024-2710-4 (über musikalischen Genuss)
- Gisèle Harrus-Révidi: Die Kunst des Genießens. Eßkultur und Lebenslust (Psychoanalyse de la gourmandise, 1994). Verlag Artemis & Winkler, 1996, ISBN 3-538-06643-4.
- Kathrin Kiss-Elder: Muße. Eine kleine Schule des Genießens. Verlag Patmos, Düsseldorf 2003, ISBN 3-491-45010-1.
- Gero von Randow: Genießen. Eine Ausschweifung. Hoffmann & Campe, Hamburg 2001, ISBN 3-455-11278-1.
- Christian
Stegbauer: Geschmackssache? Eine kleine Soziologie des
Genießens. Merus Verlag, Hamburg ISBN
3-939519-16-2.
Weblinks
Besonders deutlich wurde dies nach der Partie gegen den polnischen Superstar Radosław Wojtaszek, derzeit die Nummer 26 der Welt. In den höchsten Tönen wurde Carlsens Spiel gefeiert, zu Recht. Der Weltmeister überspielte den Sekundanten seines WM-Gegners Vishwananthan Anand und ließ dabei die hohe Kunst der Leichtigkeit aufblitzen. Das Experiment war geglückt, die Lobeshymnen kamen prompt.
Die Unterstellung, Carlsen würde seine Gegner nicht ernstnehmen, läuft ins Leere. Der Weltmeister macht sich einfach seine Stärke zu Nutze, sich besser in unbekannter Stellung zurecht zu finden als andere. Darauf gründet sein Erfolg, warum sollte er das ändern? Ein Spieler dient seiner Mannschaft dann am besten, wenn er sich nicht verbiegt, sondern seinem Spielstil treu bleibt. Dass solche Experimente auch schief gehen können, ist ihm vollkommen bewusst und gehört zum Risiko.
Auf der einen Seite lieben die Schachfans Magnus Carlsen für seine Originalität. Dafür, dass er das Schach wieder belebt hat. Auf der anderen Seite wird er als überheblich bezeichnet, wenn seine Experimente angeblich zu weit gehen. Das ist ein Widerspruch. Ein Egotrip war sein Auftritt bei der Schacholympiade sicherlich nicht. Vielmehr hat Carlsen das gemacht, was er sonst auch tut: Verdammt gutes und vor allem außergewöhnliches Schach gespielt. Und verlieren? Ja, auch Magnus Carlsen darf das.
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Absturz von Flug MH17: Das seltsame Schweigen der Ermittler
Von Rainer Leurs und Markus BeckerDer Absturz von Flug MH17 über der Ukraine wirft immer noch viele Fragen auf. Um die Ermittlungen ist es auffällig still geworden. Kritiker werfen dem Westen vor, Beweismaterial zurückzuhalten - zu Recht?
Erfolgsmeldungen sind es nicht gerade, mit denen der
niederländische Sicherheitsrat OVV zuletzt an die Öffentlichkeit
ging. "Die
Untersuchung wird von Den Haag aus fortgesetzt", teilte die
bei den Ermittlungen zu Flug MH17
federführende Behörde kürzlich mit. Gemeint war: Weil es an der
Absturzstelle in der Ukraine nicht sicher ist, kehren die 25
internationalen Ermittler in die Niederlande zurück.
Kein einziges Mal hatten es die Experten bis dahin geschafft, zu
den Trümmern der am 17. Juli abgestürzten Boeing 777 vorzudringen,
um Wrackteile oder mögliche Raketenfragmente einzusammeln.
Lediglich unter Leitung der Ukraine waren kurz Ermittler vor Ort,
außerdem Einsatzkräfte zur Bergung der Todesopfer.
Bei so wenig Material aus erster Hand kommt anderen Daten zum Absturz besondere Bedeutung zu: Radaraufnahmen der Flugsicherung etwa, Satellitenbildern und nicht zuletzt den Daten der Flugschreiber. Publik wurde bislang jedoch kaum etwas. Stattdessen ist es nach gut einem Monat eigenartig still geworden um die Katastrophe von Flug MH17 - der OVV verweist lediglich auf seinen Zwischenbericht, der Anfang September erscheinen soll. Teilergebnisse, etwa zur Analyse der Blackbox, werde man nicht veröffentlichen.
Malaysia-Airlines-Katastrophe
Das ruft Verschwörungstheoretiker auf den Plan, sorgt aber auch bei einigen seriöseren Beobachtern für Verwunderung. Nachdem die USA und andere westliche Regierungen bald nach dem Absturz die Schuldigen ausgemacht zu haben schienen, sind bis heute keine klaren Beweise dafür veröffentlicht worden, wer die Boeing mit 298 Menschen an Bord abschoss. Nach wie vor bezichtigen sich die Konfliktparteien gegenseitig - Russland und die Separatisten auf der einen, die Regierung in Kiew und die Nato auf der anderen Seite.
"Ich stelle fest, dass einige Teile des Gesamtbilds fehlen"
"Ich möchte mich nicht an Verschwörungstheorien beteiligen", sagt Luftfahrtexperte David Cenciotti, ein ehemaliger Leutnant der italienischen Luftwaffe. "Aber ich stelle fest, dass einige Teile des Gesamtbilds fehlen." Zu wenige Details zum Absturz seien bislang bekannt.
Bereits Ende Juli hatte sich dazu eine Gruppe von US-Geheimdienstveteranen in einem offenen Brief an Barack Obama gewandt und ihn aufgefordert, die Erkenntnisse zum Absturz von Flug MH17 publik zu machen. "Vorwürfe gegen Russland sollten auf überzeugenden, handfesten Beweisen beruhen, gerade bei einem so brisanten Vorfall", heißt es in dem Schreiben, das unter anderem vom Whistleblower und ehemaligen Technischen NSA-Direktor William Binney unterzeichnet ist. Stattdessen würden "auf amateurhafte Weise fadenscheinige und wenig eindeutige Indizien präsentiert".
In die gleiche Kerbe schlägt ein Kommentator der großen malaysischen Tageszeitung "New Straits Times". "Es ist eine Farce: Das Land mit dem besten Spionageapparat der Welt ist so weit gesunken, dass es körnige YouTube-Videos als Grundlage seiner politischen Entscheidungen präsentieren muss", schreibt dort der Journalist Nile Bowie.
Fotostrecke
Auf Anfrage will sich der OVV nicht dazu äußern, wie weit die Arbeit fortgeschritten ist. Allgemeiner lässt der Sicherheitsrat jedoch wissen, vor der Veröffentlichung würden Konzeptversionen des Papiers besprochen - und zwar innerhalb des Ermittlerteams, an dem neben den Niederlanden eben auch Malaysia beteiligt ist. Gut möglich, dass auf diesem Weg ein Exemplar nach Kuala Lumpur kam.
Bemerkenswert ist, dass einige der von Kritikern am lautesten eingeforderten Beweismittel dem OVV wohl durchaus vorliegen. "In den vergangenen Wochen haben die Ermittler Daten der Flugsicherung, Radarbilder und Satellitenaufnahmen gesammelt", sagte der niederländische Koordinator für Terrorismusbekämpfung, Dick Schoof, in der vergangenen Woche bei einer Fragestunde im Parlament. "Auch die Flugschreiber liefern Informationen. Diese Daten werden momentan miteinander verglichen und analysiert."
Deutscher Beamter an Blackbox-Analyse beteiligt
Die Bundesregierung dürfte über die Ermittlungen ohnehin bestens informiert sein: Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) gehören dem Ermittlerteam an. Wie ein BFU-Mitarbeiter bestätigte, war der Direktor der Behörde persönlich beim Auslesen von Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder im britischen Farnborough dabei. Mehrere Tage habe man sich dort mit dem Inhalt der Blackbox beschäftigt.
Fraglich ist allerdings, ob die Aufzeichnungen der Flugschreiber komplett veröffentlicht werden. So scheint der Sicherheitsrat in seiner neuesten Mitteilung die Erwartungen bremsen zu wollen. Materialien, die bei der Untersuchung genutzt würden, seien rechtlich geschützt, heißt es darin; nicht alle Daten würden publiziert. Der OVV geht nach eigener Aussage nicht der Schuldfrage nach, sondern lediglich der Absturzursache. Strafrechtlich wird der Fall separat aufgearbeitet, auch hierbei haben die Niederlande die Führung übernommen.
Bis es so weit ist, dürften sich die vielen alternativen Erklärungsversuche und Verschwörungstheorien zu Flug MH17 hartnäckig halten. Popularität genießt etwa die These, wonach die Boeing nicht (nur) mit einer Boden-Luft-Rakete, sondern mit der Bordkanone eines Militärjets abgeschossen wurde - eine Theorie, die für die ukrainische oder russische Regierung als Schuldigen spräche, denn die Separatisten besitzen keine Luftwaffe.
Experten über die Bordkanonen-Theorie
Als Beleg ziehen die Anhänger dieser Theorie Fotos von Trümmerteilen heran, die angeblich Einschusslöcher durch MG-Feuer zeigen. Militär- und Ballistikexperten zeigten sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE jedoch skeptisch. "Eine eindeutige Bestimmung kann anhand der Bilder nicht durchgeführt werden", schreibt Manuel Fließ, Waffentechnik-Ingenieur und Sachverständiger für Schusswaffenspuren. Ausschließen könne er allerdings "aufgrund der Morphologie der Beschädigungen weder den Beschuss durch eine Boden-Luft-Rakete, noch durch eine Bordkanone".
Nach Angaben des Rüstungskonzerns MBDA, der unter anderem
Boden-Luft-Raketen herstellt, ist anhand von öffentlich verfügbaren
Fotos der MH17-Wrackteile "keine zweifelsfreie Bewertung"
der Absturzursache möglich. Experten der Firma hätten bei der
Analyse der Bilder aber durchaus Erkenntnisse gewonnen. So deute die
dichte Verteilung der Löcher in der Außenhaut des Flugzeugs auf
die "Detonation eines relativ großen Splittergefechtskopfs mit
natürlicher Splitterverteilung (breites Spektrum an
Splittergrößen)" hin. Dies würde zum "Buk"-Abwehrsystem
passen: Seine Raketen nutzen großformatige
Fragmentationssprengköpfe, die in der Nähe des Ziels detonieren.
Zudem haben die Fachleute nach Angaben einer MBDA-Sprecherin auch Anzeichen gefunden, die gegen den Beschuss mit der Bordkanone eines Kampfflugzeugs sprechen: Zum Beispiel müssten die Einschusslöcher kleiner sein, da Geschosssplitter von Bordkanonen kleiner seien. Der Beschuss mit einer Bordkanone würde das zivile Flugzeug auf Reiseflughöhe zudem nicht so stark beschädigen, dass die Trümmer und Leichen auf dem Boden so weit verteilt wären, wie es der Fall war.
Luftwaffenexperte David Cenciotti ist ebenfalls skeptisch, was die Bordkanonen-Theorie betrifft. "Das würde bedeuten, dass es ein Abfangszenario durch Kampfjets gegeben hätte. Auf den Radarschirmen in Russland und der Ukraine wäre das aber sehr deutlich zu sehen gewesen - und das ist etwas, woran ich nicht glaube."
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Bei so wenig Material aus erster Hand kommt anderen Daten zum Absturz besondere Bedeutung zu: Radaraufnahmen der Flugsicherung etwa, Satellitenbildern und nicht zuletzt den Daten der Flugschreiber. Publik wurde bislang jedoch kaum etwas. Stattdessen ist es nach gut einem Monat eigenartig still geworden um die Katastrophe von Flug MH17 - der OVV verweist lediglich auf seinen Zwischenbericht, der Anfang September erscheinen soll. Teilergebnisse, etwa zur Analyse der Blackbox, werde man nicht veröffentlichen.
Malaysia-Airlines-Katastrophe
Das ruft Verschwörungstheoretiker auf den Plan, sorgt aber auch bei einigen seriöseren Beobachtern für Verwunderung. Nachdem die USA und andere westliche Regierungen bald nach dem Absturz die Schuldigen ausgemacht zu haben schienen, sind bis heute keine klaren Beweise dafür veröffentlicht worden, wer die Boeing mit 298 Menschen an Bord abschoss. Nach wie vor bezichtigen sich die Konfliktparteien gegenseitig - Russland und die Separatisten auf der einen, die Regierung in Kiew und die Nato auf der anderen Seite.
"Ich stelle fest, dass einige Teile des Gesamtbilds fehlen"
"Ich möchte mich nicht an Verschwörungstheorien beteiligen", sagt Luftfahrtexperte David Cenciotti, ein ehemaliger Leutnant der italienischen Luftwaffe. "Aber ich stelle fest, dass einige Teile des Gesamtbilds fehlen." Zu wenige Details zum Absturz seien bislang bekannt.
Bereits Ende Juli hatte sich dazu eine Gruppe von US-Geheimdienstveteranen in einem offenen Brief an Barack Obama gewandt und ihn aufgefordert, die Erkenntnisse zum Absturz von Flug MH17 publik zu machen. "Vorwürfe gegen Russland sollten auf überzeugenden, handfesten Beweisen beruhen, gerade bei einem so brisanten Vorfall", heißt es in dem Schreiben, das unter anderem vom Whistleblower und ehemaligen Technischen NSA-Direktor William Binney unterzeichnet ist. Stattdessen würden "auf amateurhafte Weise fadenscheinige und wenig eindeutige Indizien präsentiert".
In die gleiche Kerbe schlägt ein Kommentator der großen malaysischen Tageszeitung "New Straits Times". "Es ist eine Farce: Das Land mit dem besten Spionageapparat der Welt ist so weit gesunken, dass es körnige YouTube-Videos als Grundlage seiner politischen Entscheidungen präsentieren muss", schreibt dort der Journalist Nile Bowie.
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16 Bilder
Ohne Zweifel tobt seit dem Absturz der Malaysia-Airlines-Maschine
eine Propagandaschlacht, die vor allem über die Medien ausgetragen
wird. Für etwas Klarheit könnte der Zwischenbericht des OVV sorgen
- aber auch zu diesem Dokument gibt es bereits Irritationen. So
meldet die "New Straits Times" unter
Berufung auf den malaysischen Transportminister, der Bericht sei
fertig und liege allen beteiligten Staaten vor. Nur die
Öffentlichkeit müsse noch bis Anfang September warten.
Auf Anfrage will sich der OVV nicht dazu äußern, wie weit die Arbeit fortgeschritten ist. Allgemeiner lässt der Sicherheitsrat jedoch wissen, vor der Veröffentlichung würden Konzeptversionen des Papiers besprochen - und zwar innerhalb des Ermittlerteams, an dem neben den Niederlanden eben auch Malaysia beteiligt ist. Gut möglich, dass auf diesem Weg ein Exemplar nach Kuala Lumpur kam.
Bemerkenswert ist, dass einige der von Kritikern am lautesten eingeforderten Beweismittel dem OVV wohl durchaus vorliegen. "In den vergangenen Wochen haben die Ermittler Daten der Flugsicherung, Radarbilder und Satellitenaufnahmen gesammelt", sagte der niederländische Koordinator für Terrorismusbekämpfung, Dick Schoof, in der vergangenen Woche bei einer Fragestunde im Parlament. "Auch die Flugschreiber liefern Informationen. Diese Daten werden momentan miteinander verglichen und analysiert."
Deutscher Beamter an Blackbox-Analyse beteiligt
Die Bundesregierung dürfte über die Ermittlungen ohnehin bestens informiert sein: Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) gehören dem Ermittlerteam an. Wie ein BFU-Mitarbeiter bestätigte, war der Direktor der Behörde persönlich beim Auslesen von Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder im britischen Farnborough dabei. Mehrere Tage habe man sich dort mit dem Inhalt der Blackbox beschäftigt.
Fraglich ist allerdings, ob die Aufzeichnungen der Flugschreiber komplett veröffentlicht werden. So scheint der Sicherheitsrat in seiner neuesten Mitteilung die Erwartungen bremsen zu wollen. Materialien, die bei der Untersuchung genutzt würden, seien rechtlich geschützt, heißt es darin; nicht alle Daten würden publiziert. Der OVV geht nach eigener Aussage nicht der Schuldfrage nach, sondern lediglich der Absturzursache. Strafrechtlich wird der Fall separat aufgearbeitet, auch hierbei haben die Niederlande die Führung übernommen.
Bis es so weit ist, dürften sich die vielen alternativen Erklärungsversuche und Verschwörungstheorien zu Flug MH17 hartnäckig halten. Popularität genießt etwa die These, wonach die Boeing nicht (nur) mit einer Boden-Luft-Rakete, sondern mit der Bordkanone eines Militärjets abgeschossen wurde - eine Theorie, die für die ukrainische oder russische Regierung als Schuldigen spräche, denn die Separatisten besitzen keine Luftwaffe.
Experten über die Bordkanonen-Theorie
Als Beleg ziehen die Anhänger dieser Theorie Fotos von Trümmerteilen heran, die angeblich Einschusslöcher durch MG-Feuer zeigen. Militär- und Ballistikexperten zeigten sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE jedoch skeptisch. "Eine eindeutige Bestimmung kann anhand der Bilder nicht durchgeführt werden", schreibt Manuel Fließ, Waffentechnik-Ingenieur und Sachverständiger für Schusswaffenspuren. Ausschließen könne er allerdings "aufgrund der Morphologie der Beschädigungen weder den Beschuss durch eine Boden-Luft-Rakete, noch durch eine Bordkanone".
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Zudem haben die Fachleute nach Angaben einer MBDA-Sprecherin auch Anzeichen gefunden, die gegen den Beschuss mit der Bordkanone eines Kampfflugzeugs sprechen: Zum Beispiel müssten die Einschusslöcher kleiner sein, da Geschosssplitter von Bordkanonen kleiner seien. Der Beschuss mit einer Bordkanone würde das zivile Flugzeug auf Reiseflughöhe zudem nicht so stark beschädigen, dass die Trümmer und Leichen auf dem Boden so weit verteilt wären, wie es der Fall war.
Luftwaffenexperte David Cenciotti ist ebenfalls skeptisch, was die Bordkanonen-Theorie betrifft. "Das würde bedeuten, dass es ein Abfangszenario durch Kampfjets gegeben hätte. Auf den Radarschirmen in Russland und der Ukraine wäre das aber sehr deutlich zu sehen gewesen - und das ist etwas, woran ich nicht glaube."
Familie
und Kinder:
Corbis
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Gesundheit:
1.
Die Reiseapotheke
Die Mittel gegen die häufigsten Gesundheitsbeschwerden sollten Urlauber vor Auslandsreisen noch in Deutschland besorgen, empfiehlt Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM). "Im Ausland werden oft Medikamentenfälschungen verkauft. In einer Apotheke in Vietnam oder Laos kann ich nicht sicher sein, Medizin in derselben Qualität zu bekommen wie in Deutschland", sagt er.
Bei Familienreisen ist es zudem wichtig, spezielle Medizin für Kinder mitzunehmen. Neben Elektrolytmischungen gehören kinderverträgliche Medikamente gegen Durchfall und Übelkeit, gegen Verdauungsprobleme, Augenentzündungen, Ohrenschmerzen und Erkältungen dazu. Auf der Seite des CRM gibt es eine Checkliste für die kindgerechte Reiseapotheke.
2. Die Prophylaxe
Welche Impfungen vor dem Urlaub sinnvoll sind, hängt neben dem Ziel von der Art der Reise ab. Wer die Ferien am Hotelpool verbringen will, braucht weniger Impfungen als derjenige, der eine Trekkingtour durch den Dschungel plant. Ein Arzt sollte Urlauber deshalb rechtzeitig vor Reiseantritt dazu beraten.
Grundsätzlich gilt: Durchfallerkrankungen und von Mücken übertragene Reisekrankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber sind für Kinder gefährlicher als für Erwachsene. Aber auch Mittel zur Prophylaxe wie Mückenschutzspray können Gesundheitsrisiken bergen. "Das muss man im Einzelfall abwägen", sagt Reisemediziner Jelinek. "Wenn Eltern mit kleinen Kindern in bestimmte Regionen Afrikas reisen wollen, frage ich aber schon auch mal nach, ob das wirklich sein muss."
3. Die Lebensmittelvergiftungen
Vor allem in südlichen Ländern kommt es leicht zu Lebensmittelvergiftungen. "Bei warmen Temperaturen vermehren sich Krankheitserreger einfach schneller", sagt Angela Clausen, Referentin für Ernährung bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Neben Bakterien können Parasiten und sogar Viren mit dem Essen übertragen werden. In unzureichend gegarten Muscheln etwa wurde mehrfach das Hepatitis-A-Virus nachgewiesen.
"Gekochte und durchgegarte Gerichte sind in der Regel unbedenklich, wenn sie frisch zubereitet wurden", sagt Clausens. "Riskant sind rohe Lebensmittel und Speisen, die länger ungekühlt stehen - zum Beispiel am Hotelbüfett." Viele Urlauber wüssten das, seien aber unvorsichtig. "Wenn an einem Straßenstand geschnittene tropische Früchte verkauft werden ist das natürlich verführerisch, da greifen viele zu, ohne nachzudenken", sagt Clausen.
Besser sei es, Obst und Gemüse selbst zu schälen und zusätzlich abzuwaschen. Dazu und zum Trinken empfiehlt die Expertin abgepacktes Wasser aus dem Supermarkt. "Auch in EU-Ländern mit Richtlinien für die Trinkwasserqualität können in den Leitungen der Hotels Verunreinigungen entstehen", sagt Clausen. Ebenso sollten Eiswürfel gemieden werden, die nicht aus Trinkwasser stammen. Weitere Tipps zum Thema hat die Verbraucherzentrale NRW in einem Ratgeber zusammengefasst.
Achtung: Viele durch Lebensmittel übertragene Infektionen verlaufen harmlos und dauern nur einige Tage. In anderen Fällen werden Krankheiten übertragen, die nicht von selbst heilen. Starke oder länger anhaltende Beschwerden sollte in jedem Fall ein Arzt untersuchen.
4. Gefährliche Tiere
Vor allem Kinder locken gerne streunende Tiere an, um sie zu streicheln. Beim Urlaub in südlichen Ländern ist die Gefahr besonders groß, sich dabei anzustecken. Streunende Hunde und Katzen können nicht nur exotische Krankheiten übertragen, sondern im schlimmsten Fall das tödliche Tollwutvirus. Auch wilde Tiere wie Affen, Fledermäuse oder Füchse können mit Tollwut infiziert sein.
5. Die Sommererkältung
In klimatisierten Räumen fängt man sich schnell eine Sommererkältung ein: Vor allem in den Hotelzimmern vieler Urlaubsländer ist es oft frostig. Besser ist, man stellt die Klimaanlage auf mittlere Temperaturen ein und macht sie nachts ganz aus - stattdessen kann man bei geöffnetem Fenster schlafen. Außerdem ist es wichtig, verschwitzte Kleidung in klimatisierten Zimmern zu wechseln. Weil der Schweiß in der künstlichen Kälte nicht verdunsten kann, kühlt der Körper sonst schnell aus.
6. Der Sonnenbrand
"Sonnenbrand gehört immer noch zu den häufigsten Gesundheitsproblemen im Urlaub", sagt Jelinek. "Ich rate dazu, in den ersten Tagen die Sonne zu meiden, auch wenn ich weiß, dass das oft schwerfällt." Wer die tägliche Sonnendosis allmählich steigert, gibt der Haut Gelegenheit sich anzupassen. Bestimmte Hautzellen, die Melanozyten, werden so dazu angeregt, mehr Pigment zu produzieren, was die Haut schützen. "Wer es schafft, am Anfang des Urlaubs vernünftig zu sein und im Schatten zu bleiben, hat gute Chancen, sich auch in der restlichen Zeit nicht zu verbrennen", sagt Jelinek. Die Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor darf man natürlich trotzdem nicht vergessen.
7. Der Hitzeschock
Tropische Temperaturen belasten den Körper, können zu Sonnenstich oder Hitzeschock führen. Die Tipps dazu kennt jeder, befolgt werden sie jedoch zu selten. Deshalb noch einmal: Die größte Hitze sollte man nach Möglichkeit meiden, die Mittagszeit drinnen oder im Schatten verbringen. Ein Hut oder Basecap kann den Kopf draußen vor direkter Sonnenstrahlung schützen. Außerdem lässt sich Kreislaufproblemen durch ausreichendes Trinken vorbeugen: am besten zwei bis drei Liter Wasser, Tee oder Fruchtsaftschorlen pro Tag.
Fotostrecke
10 Bild
Wellness:
Mercedes S 400 Hybrid im Test: Das Wohnzimmer in meinem Auto
Von Margret HuckoMehr Luxus geht kaum: Massagesitze, Ambiente-Licht und Assistenten, die einem fast alles abnehmen - selbst das Lenken. Mercedes hat die S-Klasse zu einem Wellness-Wagen aufgerüstet. Ist das sinnvoll? Der Test.
Daimler
Jetzt das Lenkrad einfach loslassen, sagt der Bauch. Das Auto suggeriert ohnehin schon die ganze Zeit, dass es den Fahrer nicht mehr braucht. Die S-Klasse - ein verdammter Perfektionist: Vor heranstürmenden Dienstwagenfahrern warnt der Totwinkelassistent. Sobald das Auto die Spur verlässt, ruckelt es sanft im Lenkrad. Kein Wunder, dass die Ingenieure bei Daimler diese Limousine als sicherstes Auto der Welt preisen.
Jetzt das Lenkrad einfach loslassen, sagt der Kopf - und gibt das
Kommando: Hände weg! Es funktioniert - dank des adaptiven
Tempomaten ("Distronic Plus"), der automatisch Abstand zum
vorausfahrenden Fahrzeug hält, bleibt der Wagen auf der Autobahn
stur in der Spur. Wer in der Luxusklasse sitzt, wähnt sich der
Zukunft plötzlich ganz nah. Autonomes
Fahren? Scheint nur noch ein Schrittchen entfernt.
Jetzt das Lenkrad wieder greifen, sagt der Wagen. Rote Hände im Display blinken auf; ein gediegenes Läuten ertönt und nicht so ein nervtötendes Vogel-Piepen. Der Wagen muss das Kommando zurück an den Fahrer geben - so will es die Straßenverkehrsordnung.
Zur totalen Entspannung fehlen nur noch die Liegesitze
Dabei machen die ganzen Extras in der Luxuslimousine eigentlich nur Sinn, wenn der Fahrer sie ungestört genießen kann - ohne Stress auf der Straße. Allein die verschiedenen Massagefunktionen erinnern an die Auswahl in fernöstlichen Wellness-Oasen. Und im "Thai-Tempel" sitzt auch keiner der Kunden verkrampft hinter dem Lenkrad oder hält eine Zeitung in der Hand: Classic Massage, Mobilizing Massage, Active Workout, Hot Relaxing Massage heißen die verschiedenen Programme neudeutsch. Das Ganze für Schulter, Rücken oder den gesamten Oberkörper, dazu farbliches Ambiente-Licht.
Fehlen nur noch die Liegesitze zum perfekten Luxus - in der Langversion sind diese natürlich erhältlich, samt Auflage für die Waden. Eine Crew aus Stellmotörchen, Magnetventilen und Massagezellen im Ledersitz kneten die Passagiere so professionell durch, dass man fast vergisst, wofür das Auto - ach ja, es ist ein Auto! - eigentlich geschaffen wurde: nicht zum Relaxen, sondern zum Reisen.
Aber genau diese Kombination aus Fahren und Verwöhnen will die Fahrzeugindustrie in Zukunft ausbauen. Autobesitzer sollen durch Staus und zähen Verkehr nicht die Lust am eigenen Wagen verlieren. Lieber massieren Hersteller gegen den Frust an. Kein Wunder, dass der Wagen gerade in Asien mit seinen verstopften Mega-Metropolen vornehmlich als Chauffeurswagen eingesetzt wird. Nur in Europa und Nordamerika wollen die Chefs das Lenkrad nur ungern aus der Hand geben. Entspannt euch!
Zum neuen Komfort gehört auch die weiterentwickelte Motorentechnologie. Der Testwagen, ein S 400 Hybrid, fährt mit einer Kombination aus 27-PS-Elektro-Motor und einem Sechszylinder-Benziner mit 306 PS. Gerade im Stau oder beim Aus- und Einparken reicht das scheibenförmige E-Motörchen aus, um die knapp zwei Tonnen schwere Luxuslimousine geräuschlos in Gang zu bringen. Gleichzeitig dient es auch als Anlasser und Lichtmaschine.
Der Elektromotor ist auch so etwas wie ein Sicherheitssystem
Beim Beschleunigen springt der E-Motor dem Sechszylinder bei. Das 27-PS-Aggregat ist dann selbst so etwas wie ein Sicherheitssystem: Durch seine elektrische Unterstützung bewahrt es den Benziner davor, Unmengen an Sprit zu schlucken. Laut Herstellerangabe verbraucht der S 400 Hybrid im Schnitt 6,3 Liter auf hundert Kilometer.
Im realen Fahrbetrieb kommen ein paar Liter mehr zusammen. Wobei der Wagen mit weniger als zehn Litern für seine Klasse schon genügsam ist. Überhaupt erzieht die Luxuslimousine von Daimler zum Entschleunigen. Wer mit diesem Wagen nur gedankenlos rast, verpasst das Beste - die Stille beim Rollen. In der S-Klasse besteht akute Schleichgefahr.
Völlig unverständlich ist deshalb die Wahlmöglichkeit beim Fahrwerk. Klar, von modernen Autos wird erwartet, dass sie alles können: draufgängerisch sein, aber auch sanft, und am besten sollten sie die Spanne dazwischen mit zig verschiedenen Abstufungen beherrschen. Aber warum?
Die S-Klasse sollte Charakterstärke beweisen, sanft sein. Und
nur das! Jegliche Sportlichkeit darf outgesourct werden - an
Sub-Marken wie AMG zum Beispiel. Es macht doch gar keinen Sinn, wenn
das Auto den Fahrer mit straffer Abstimmung quält, um anschließend
die Verspannungen dank Hot-Stone-Sitzen aus dem Rücken zu
massieren.
Die Harmonie im Zusammenspiel der einzelnen Antriebselemente, also zwischen E-Motor und Benziner, dem serienmäßigen 7-Gang-Automatikgetriebe wird lediglich durch die Bremse getrübt. Egal, wie fest man das Pedal nach unten tritt - irgendwie hat man das Gefühl, den Wagen unsanft zu stoppen.
Jetzt die S-Klasse einfach kaufen, sagt der Bauch. Doch der Kopf schlägt Alarm. Schön, dass auch der Mensch über Frühwarn- und Sicherheitssysteme verfügt. Denn bei einem Startpreis von gut 85.000 Euro würde sonst spätestens der nette Herr von der Bank die Notbremse ziehen.
Jetzt das Lenkrad einfach loslassen, sagt der Bauch. Das Auto suggeriert ohnehin schon die ganze Zeit, dass es den Fahrer nicht mehr braucht. Die S-Klasse - ein verdammter Perfektionist: Vor heranstürmenden Dienstwagenfahrern warnt der Totwinkelassistent. Sobald das Auto die Spur verlässt, ruckelt es sanft im Lenkrad. Kein Wunder, dass die Ingenieure bei Daimler diese Limousine als sicherstes Auto der Welt preisen.
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Jetzt das Lenkrad wieder greifen, sagt der Wagen. Rote Hände im Display blinken auf; ein gediegenes Läuten ertönt und nicht so ein nervtötendes Vogel-Piepen. Der Wagen muss das Kommando zurück an den Fahrer geben - so will es die Straßenverkehrsordnung.
Zur totalen Entspannung fehlen nur noch die Liegesitze
Dabei machen die ganzen Extras in der Luxuslimousine eigentlich nur Sinn, wenn der Fahrer sie ungestört genießen kann - ohne Stress auf der Straße. Allein die verschiedenen Massagefunktionen erinnern an die Auswahl in fernöstlichen Wellness-Oasen. Und im "Thai-Tempel" sitzt auch keiner der Kunden verkrampft hinter dem Lenkrad oder hält eine Zeitung in der Hand: Classic Massage, Mobilizing Massage, Active Workout, Hot Relaxing Massage heißen die verschiedenen Programme neudeutsch. Das Ganze für Schulter, Rücken oder den gesamten Oberkörper, dazu farbliches Ambiente-Licht.
Fehlen nur noch die Liegesitze zum perfekten Luxus - in der Langversion sind diese natürlich erhältlich, samt Auflage für die Waden. Eine Crew aus Stellmotörchen, Magnetventilen und Massagezellen im Ledersitz kneten die Passagiere so professionell durch, dass man fast vergisst, wofür das Auto - ach ja, es ist ein Auto! - eigentlich geschaffen wurde: nicht zum Relaxen, sondern zum Reisen.
Aber genau diese Kombination aus Fahren und Verwöhnen will die Fahrzeugindustrie in Zukunft ausbauen. Autobesitzer sollen durch Staus und zähen Verkehr nicht die Lust am eigenen Wagen verlieren. Lieber massieren Hersteller gegen den Frust an. Kein Wunder, dass der Wagen gerade in Asien mit seinen verstopften Mega-Metropolen vornehmlich als Chauffeurswagen eingesetzt wird. Nur in Europa und Nordamerika wollen die Chefs das Lenkrad nur ungern aus der Hand geben. Entspannt euch!
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Der Elektromotor ist auch so etwas wie ein Sicherheitssystem
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Im realen Fahrbetrieb kommen ein paar Liter mehr zusammen. Wobei der Wagen mit weniger als zehn Litern für seine Klasse schon genügsam ist. Überhaupt erzieht die Luxuslimousine von Daimler zum Entschleunigen. Wer mit diesem Wagen nur gedankenlos rast, verpasst das Beste - die Stille beim Rollen. In der S-Klasse besteht akute Schleichgefahr.
Völlig unverständlich ist deshalb die Wahlmöglichkeit beim Fahrwerk. Klar, von modernen Autos wird erwartet, dass sie alles können: draufgängerisch sein, aber auch sanft, und am besten sollten sie die Spanne dazwischen mit zig verschiedenen Abstufungen beherrschen. Aber warum?
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Die Harmonie im Zusammenspiel der einzelnen Antriebselemente, also zwischen E-Motor und Benziner, dem serienmäßigen 7-Gang-Automatikgetriebe wird lediglich durch die Bremse getrübt. Egal, wie fest man das Pedal nach unten tritt - irgendwie hat man das Gefühl, den Wagen unsanft zu stoppen.
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Erholung:
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in Davos 2014
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Währungskrise: Angst um Schwellenländer stürzt Finanzmärkte in Turbulenzen
SPIEGEL ONLINE - 25.01.2014In Schwellenländern wie Argentinien, Indien und der Türkei brechen die Währungskurse ein, die Auswirkungen sind auch in Europa zu spüren. Ökonomen auf dem Weltwirtschaftsforum fürchten, dass der jahrelange Boom in diesen Ländern zu Ende ist - Brasiliens Präsidentin Rousseff wirbt um Vertrauen. Aus Davos berichten David Böcking und Stefan Kaiser mehr... [ Forum ]
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Fittness:
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Medizin:
Ebola: Neuer Wirkstoff ZMapp macht Hoffnung
Experten sprechen bereits von der größten Ebola-Epidemie, die es
jemals gegeben hat. Seit Dezember letzten Jahres breitet sich die
Viruserkrankung mit atemberaubender Geschwindigkeit über den
Westafrikanischen Kontinent aus. Es begann in Guinea, jedoch sind
mittlerweile auch die Staaten Nigeria, Liberia und Sierra Leone
betroffen. Definitionsgemäß handelt es sich derzeit bereits um eine
Pandemie, da mehrere Länder von Ebola betroffen sind. Über 1.000
Menschen sind bisher an den Folgen des gefährlichen Erregers
gestorben. Bekanntermaßen existiert weder ein zugelassenes
Medikament noch ein Impfstoff. Aufsehen erregt seit einigen Wochen
ein Cocktail aus drei verschiedenen Antikörpern, genannt ZMapp. Zwei
an Ebola erkrankte US-Amerikaner wurden mit dem experimentellen
Wirkstoff behandelt. Obwohl sie sich vor der Behandlung in einem
lebensbedrohlichen Zustand befanden, konnten sie mittlerweile das
Krankenhaus verlassen.
Eisenmangel und Eisenmangel-Anämie
"Anämie ist eine Krankheit, von der hauptsächlich Romangestalten befallen sind" sagte der polnisch-deutsche Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Auch wenn der Schriftsteller sonst treffsicher kritisiert, hier irrt er. Weltweit leiden etwa 1,5 Milliarden Menschen an einer Eisenmangelanämie.
Auch in Deutschland ist ein Eisenmangel außerordentlich häufig. Die VERA-Studie fand bei 3,5 bis 4,5 Prozent der Männer zwischen 18 und 54 Jahren verminderte Ferritinwerte (< 20 µg/l), bei Frauen im menstruierenden Alter bei bis zu 17,7 Prozent (Ferritin < 12 µg/l). Der aktuelle Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung warnt ebenfalls vor einer Minderversorgung mit Eisen. Insbesondere Mädchen sind betroffen.
ADHS
Wenn die täglichen Hausaufgaben zur Tortur für Kind und Eltern werden, wenn der Gang zur Kirche zum Horrortrip wird, wenn sich das Kind nicht mehr konzentrieren kann, aufbrausend und kompromisslos ist, dann steckt oft ein Phänomen dahinter, von dem sich Experten bis heute unsicher sind, ob man es als Erkrankung ansehen kann. Die Rede ist von ADHS – dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom.
Meistens wird das Syndrom im Kindesalter festgestellt, häufig erst um die Zeit der Grundschule. Entgegen der landläufigen Meinung kann ADHS auch bei Erwachsenen auftreten, allerdings ist dieser Fall ungleich seltener. Rund die Hälfte der Kinder, die an ADHS erkrankt sind, verliert die Symptomatik mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter. Der Weg dorthin ist allerdings häufig sehr schwer und bedarf vieler Nerven und großer Geduld der Eltern, Freunde und Angehörigen. Die Verhaltensmuster, die ein ADHS-Patient mitunter an den Tag legt, können leicht von Zeitgenossen als Boshaftigkeit und Aggressivität missverstanden werden, weswegen betroffene Kinder nicht selten soziale Schwierigkeiten im täglichen Leben und insbesondere im Schulalltag bekommen.
Umso wichtiger sind sowohl eine angemessene Therapie, als auch eine Aufklärung der Mitmenschen über das Thema ADHS. In der Abkürzung ADHS steht der Buchstabe H für Hyperaktivität. Diese Eigenschaft weisen aber nicht alle Patienten auf, so dass es alternativ auch noch die Bezeichnung ADS gibt.
Etwas 500.000 Personen leiden in Deutschland an ADHS. Jungen sind dabei weitaus häufiger betroffen, als Mädchen; zwischen 85 % und 90 % entfallen auf das männliche Geschlecht.
Wie zeigt sich ADHS? Woran erkenne ich, ob mein Kind betroffen ist?
Wie der Name Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom bereits verrät, handelt es sich bei vorliegendem Phänomen um ein Syndrom. Dies bedeutet, dass es nicht das eine Krankheitsanzeichen gibt, sondern ein ganzer Komplex aus verschiedenen Symptomen vorliegt. Alle klinischen Anzeichen des ADHS können für sich alleine genommen auch Hinweis auf andere psychische Störungen, Sorgen oder Erkrankungen des Betroffenen hinweisen.
Die Kombination aus nachfolgend genannter Symptomatik führt zu der ärztlichen Diagnose ADHS. Kardinalsymptom ist eine sehr ausgeprägte Unfähigkeit, sich auf bestimmte Dinge zu konzentrieren. Dabei sind die Schwierigkeiten besonders groß bei Dingen, hinter denen eingewisser Zwang steht. D. h. es fällt dem Kind nochmals schwerer, sich auf die Mathematikhausaufgaben zu konzentrieren, als die Aufmerksamkeit einem beliebten Buch oder Spiel zu widmen.
Grundsätzlich ist die Fähigkeit, sich für eine bestimmte Zeit auf eine spezifische Thematik einzulassen, sehr begrenzt und dies zeigt sich insbesondere in schulischen Tätigkeiten. Die Reaktionen auf äußere Reize, wie z. B. ein Rufen oder Ermahnen, sind aufgrund der verringerten Aufmerksamkeit verlangsamt. Bemüht sich das Kind dennoch, sich einer Tätigkeit hinzugeben und ein gewisses Maß an Konzentration aufzubringen, so ist es dennoch sehr leicht durch andere Reize ablenkbar. Folge ist dann oft, dass es von der bisherigen Tätigkeit ablässt und sich der neuen Aufgabe zuwendet
.
Besonders auffallend bei ADHS ist eine sich sehr früh einstellende Ungeschicklichkeit bei der Ausführung von motorischen Aktivitäten. Beim gemeinsamen Abendessen der Familie fällt der Löffel eher fünf- als zweimal herunter. Auch das Erlernen von komplexen motorischen Fähigkeiten, wie Basteln, Zeichnen oder Schreiben ist erschwert und gelingt in vielen Fällen nicht zufriedenstellend. Viele ADHS-Kinder zeichnen sich weiterhin durch eine Erniedrigung der Aggressionsschwelle aus. Sie reagieren rasch ungehalten, werden wütend und tun dies lautstark kund. Hier kann es nicht selten im Laufe der Krankheitsgeschichte zu massiven Problemen beim Aufbau sozialer Kontakte kommen. Denn: Aggressive Kinder werden in der Schule oft gemieden.
Bleibt schlussendlich noch die Hyperaktivität.
Wie bereits erwähnt, kommt diese Eigenschaft nicht zwangsläufig im Rahmen des ADHS vor. Dennoch ist sie ein Charakteristikum des beschriebenen Störungsbildes; nennt man ADHS-Kinder umgangssprachlich auch oft „Zappelphillip“. Dabei fällt es den Betroffenen sehr schwer, ruhig zu sitzen und sich für eine bestimmte Zeit einmal nicht zu bewegen. Besonders problematisch sind Situationen, in denen ein gewisses Maß an Ruhe erwartet wird; z. B. in der Kirche oder beim Unterricht.
Wie entwickelt sich ADHS im Laufe des Lebens?
Erste Anzeichen für ADHS treten bereits im Säuglings- bzw. Kleinkindesalter auf. Sie sind dann allerdings noch nicht so charakteristisch, wie sie dies im Laufe der Entwicklung werden. Die Kleinkinder leiden zunächst oft unter Ein- und Durchschlafstörungen und wirken bereits zu diesem frühen Zeitpunkt nervös und unausgeglichen. Häufig leiden sie unter Durchfall und Blähungen, was typisch für Menschen mit Stress und großer Unruhe ist.
Spezifischer wird die Symptomatik mit Beginn der Kindergartenzeit, da der Nachwuchs hier erstmalig vielen sozialen Kontakten außerhalb der Familie ausgesetzt ist. Gerade dieses Alter zwischen Säugling und Grundschulkind ist geprägt von motorischen Ungeschicklichkeiten wie dem Unvermögen, mit Messer und Gabel zu essen. Kaum stillbare Wutanfälle treten nicht selten auf, was den Aufbau von ersten Freundschaften signifikant erschwert.
Mit Start der Grundschule erreicht der Betroffene das Vollbild des ADHS; durch die nun erwartete Lerntätigkeit verschärfen sich die Konzentrationsdefizite zunehmend. Insbesondere Fähigkeiten wie die Rechtschreibung und Kopfrechnen fallen ADHS-Kindern schwer, was u. U. zu Frustration und aggressiven Verhaltensmustern führt. Durch das für die anderen Schüler nicht nachvollziehbare Verhalten wird der Patient mehr und mehr isoliert, der Frust steigt, die Leistungen werden schwächer, ein Teufelskreis beginnt. Charakteristisch ist ebenfalls die oft unleserliche Schrift, die auf die motorischen Probleme des Kindes hinweist.
Beginnt die Pubertät, schlägt bei zahlreichen Menschen mit ADHS das aggressive Verhalten in depressive und trotzige Wesenszüge um. Oft ziehen sich die Jugendlichen zurück; das Risiko, einer Drogensucht zu verfallen ist erhöht. Im Erwachsenenalter bleiben die Symptome weitestgehend erhalten, was den Aufbau einer Partnerschaft, sowie die Integration in die Berufswelt zu erschweren vermag. Die Risikobereitschaft von ADHS-Patienten ist erhöht, wodurch sie häufiger als Nichtbetroffene an Autounfällen o. ä. beteiligt sind.
Bringt ADHS auch gewisse positive Eigenschaften mit sich?
Zweifelsohne sind ADHS-Patienten liebevolle Menschen, denen eine besondere Zuwendung zuteil werden sollte. So ungerecht und unverständlich ihr Verhalten auch erscheinen mag, sie machen es keinesfalls aus Boshaftigkeit. Auch wenn sie Schwierigkeiten in der Umsetzung haben – Betroffene sind vollkommen normal intelligent und besitzen nicht selten sogar außergewöhnliche Begabungen. Sie lassen sich enorm schnell für Dinge begeistern. Charakteristisch ist außerdem ein sehr ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit in sämtlichen Lebenslagen. Wenn es einem gelingt, sich mit den manchmal schwer verständlichen Verhaltensmuster eines ADHS-Betroffenen vertraut zu machen, kann es eine wahre Bereicherung für das Leben sein, mit einem solchen Menschen befreundet zu sein.
Diagnosestellung bei ADHS
Wie bei vielen Krankheiten aus dem Bereich der Psychiatrie lässt sich eine eindeutige Diagnose nur schwer stellen. Es ist nicht möglich, dem Patienten Blut abzuzapfen, einen Urinbecher zu füllen und das Röntgengerät anzuschalten und man erhält die Diagnose ADHS. Leider lassen sich viele, das Verhalten und die Psyche betreffende Erkrankungen so nicht nachweisen. Vielmehr gilt es hier, durch umfangreiche Beobachtungen, Patientenbefragungen, Aussagen der Eltern und Dokumentationen dem Kern der Symptomatik auf den Grund zu gehen. Grundlage der Diagnosestellung bei ADHS ist die Erhebung einer ausführlichen Anamnese bzw. die genaue Beleuchtung der Lebensgeschichte des Patienten. Dabei wird auch darauf geschaut, ob es in der Familie bereits ähnliche Phänomene gab. Komplikationen bei der Schwangerschaft scheinen ebenfalls ein Hinweis zu sein, der bei entsprechender Symptomatik die Diagnose ADHS stützt. Der Arzt muss weiterhin nachvollziehen können, wie sich die familiäre und soziale Situation der Familie darstellt.
Obwohl sich ADHS nicht eindeutig durch bestimmte naturwissenschaftliche Parameter nachweisen lässt, gehört eine ausführliche körperliche Untersuchung zwingend zum Procedere dazu. Entscheidend sind letztendlich Attribute wie Impulsivität, Lern- und Konzentrationsstörungen, leichte Ablenkbarkeit und Ungeschicklichkeit, die zur Diagnosestellung führen. Zur genaueren Differenzierung zwischen krank und gesund existieren mittlerweile spezielle Testverfahren (ADHS-Test, IQ-Test), in denen die Fragen speziell auf ADHS abgestimmt sind. Ein bestimmter, durch die jeweiligen Antworten ermittelter Score bestätigt oder widerlegt die Diagnose. Schließlich sollten anderweitige Erkrankungen ausgeschlossen werden (Epilepsie, Depression, Hirntumor, etc.)
Was wird in einem ADHS-Test gefragt?
- Bestehen Probleme, lang andauernde Tätigkeiten konzentriert auszuführen?
- Werden verlangte Aufgaben zu Ende gebracht?
- Dauert es mitunter sehr lange, bis das Kind auf Rufe reagiert?
- Führt das Kind Dinge aus, um die es angehalten wird?
- Ist es dem Kind möglich, auch kleine Details einer Sache zu erkennen?
- Fällt es dem Kind schwer, still zu sitzen?
- Gehen dem Kind viele Alltagsgegenstände verloren?
- Lässt sich das Kind rasch von äußeren Reizen ablenken, obwohl es anderweitig beschäftigt ist?
- Vermeidet das Kind anspruchsvolle Schulaufgaben?
- Macht es viele Flüchtigkeitsfehler?
- Ignoriert das Kind soziale Belange (wie z. B. andere ausreden lassen)?
- Bestehen die Probleme bereits seit dem Kindergartenalter?
Wodurch wird ADHS genau ausgelöst?
Eine genaue Ursache für ADHS konnte bis heute nicht zweifelsfrei erkannt werden. Allerdings gilt es als sicher, dass es sich um ein multifaktorielles Geschehen handelt, d. h. es liegen vermutlich immer mehrere Faktoren gemeinsam vor, ehe es zum Vollbild der Störung kommt. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um eine Kombination aus genetischer Prädisposition, Störungen im sozialen Umfeld (wie z. B. ein Trauma, Trennung der Eltern, Misshandlungen, etc.) und erworbene Faktoren. Bei letztern gelten Probleme bzw. Komplikationen während der Schwangerschaft oder dem eigentlichen Geburtsvorgang als wahrscheinlich.
Genetische Veränderungen gelten deswegen als annähernd sicher bewiesen, da es sehr oft zu familiären Häufungen von ADHS kommt. Die Störung im Erbgut führt dazu, dass im Gehirn des Betroffenen der Neurotransmitter Dopamin in zu geringem Ausmaß vorliegt. Diesem Mangel folgt eine erschwerte Übertragung von elektrischen Impulsen im Gehirn. Der Zustand erklärt insbesondere das mangelnde Konzentrationsvermögen und die motorische Ungeschicklichkeit. Bestimmte Hirnareale verfügen außerdem über einen geringeren Energieverbrauch, was auf eine verminderte Aktivität in diesen Regionen schließen lässt.
Rauchen und Alkoholmissbrauch während der Schwangerschaft wird als weiterer Risikofaktor in Erwägung gezogen. Evtl. stören die aufgenommen Toxine bestimmte Entwicklungsprozesse des kindlichen Gehirns.
Gibt es prophylaktische Maßnahmen gegen ADHS?
Genetisch determinierte Fakten lassen sich freilich nicht beeinflussen. Eine gesunde Lebensweise während der Schwangerschaft (Verzicht auf Alkohol und Tabak), sowie ein stabiles familiäres Umfeld vermögen das Risiko des Auftretens aber wahrscheinlich signifikant zu verringern.
Therapiemöglichkeiten bei ADHS
Je nach Ausprägung des ADHS existiert eine Reihe von Möglichkeiten, therapeutisch zu intervenieren. Wie erwähnt handelt es sich bei ADHS um ein Syndrom, dass durch zahlreiche Faktoren ausgelöst wird. Ähnlich sollte auch die Behandlung aus vielen, einander zuspielenden Faktoren bestehen. Fachbegriff hierfür ist die multimodale Therapie. Folgende Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:
- Pharmakologische Therapie durch psychostimulierende Arzneimittel wie Methylphenidat
- umfangreiche Aufklärungsarbeit für den Patienten selber, aber auch für sämtliche Angehörige, Lehrer, Schulkameraden, Freunde, etc.
- Betreuung der Eltern: Diese sollten durch spezifisches Elterntraining frühzeitig lernen, die häufig auftretenden Konfliktsituationen zu entschärfen und die Erziehung trotzdem bestmöglich zu gewährleisten.
- Verhaltestherapie: Hierbei soll der Betroffene mit Hilfe eines erfahrenen Therapeuten erlernen, die Symptome besser zu kontrollieren, Konflikte zu vermeiden und das Aufmerksamkeitsdefizit soweit wie möglich zu verringern. Neben der Erhöhung der Leistungsfähigkeit steht als weiteres zentrales Ziel der Verhaltenstherapie die Möglichkeit zur Verbesserung sozialer Kontakte im Mittelpunkt.
- Sporttherapie: Vor allem regelmäßiger Ausdauersport verringert die innerliche Unruhe und erhöht das Selbstbewusstsein des ADHS-Betroffenen. Eventuelle Vereinssportarten können die soziale Integration verbessern.
- Psychotherapie: Hierbei werden die begleitenden Symptome, wie
Angst und Depressionen behandelt.
Der Promi unter den Psychopharmaka – Methylphenidat
Viele kennen es – viele nehmen es: Methylphenidat! Das Medikament zur Erhöhung der Konzentration. Leider wird das hochwirksame und für ADHS-Patienten segensreiche Arzneimittel nicht immer verantwortungsvoll angewendet. Nicht wenige Menschen konsumieren es, um im Alltagsleben bessere Leistungen zu erzielen, ohne dabei krank zu sein. Methylphenidat gehört zur Wirkstoffklasse der psychostimulierenden Medikamente. Sie bewirken an den Synapsen eine Verlängerung der Wirkdauer der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin und damit eine verbesserte zentralnervöse Signalübermittlung. Das bei ADHS gestörte Verhältnis unter den Transmittern wird so wieder hergestellt und die Symptomatik bessert sich bei knapp 90 % der Patienten.
Alternative Arzneimittel gegen ADHS
Methylphenidat ist der Wirkstoff der Wahl. Wird dieser jedoch von einzelnen Patienten nicht vertragen, so kommen als alternative Präparate Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRA) wie z. B. Citalopram in Frage. Diese vermindern die Wiederaufnahme von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt in den präsynaptischen Endkopf. Dadurch steigt die Konzentration von Noradrenalin im Hirnwasser.
Leben mit ADHS – keine unmögliche Aufgabe
Ohne Frage: ADHS stellt eine große Belastung sowohl für den eigentlich Betroffenen, als auch für Eltern, Angehörige und Freunde dar. Wichtig ist von Anfang an der offene und progressive Umgang mit dem Störungsbild. Je mehr die Mitmenschen und der Patient über das Syndrom wissen, desto besser lassen sich die Symptome in das Alltagsleben integrieren. Wie erwähnt steht heute eine breite Palette an Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Nicht zuletzt die Pharmaforschung hat mit der Entwicklung des Wirkstoffs Methylphenidat dazu beigetragen, dass die früher
gefürchteten „vier Buchstaben“ viel von ihrem Schrecken verloren haben. Gelingt es, so früh wie möglich die medikamentöse Behandlung mit den anderen Modulen der Therapiepalette zu kombinieren, ist vom „Zappelphillip“ bald kaum noch die Rede. Der Patient kann sich auf ein weitestgehend normales und erfülltes Leben freuen. Vielleicht einfach nur manchmal etwas energiegeladener, als die Zeitgenossen…
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Revolutionen, Putsche, Kriege: Der
Irak ist seit über 50 Jahren ein Land im Ausnahmezustand. Die
Magnum-Fotografen haben die Umbrüche seit Jahrzehnten
dokumentiert.
Unter Quarantäne zwischen
Wellblechhütten und Schlamm: In Liberias Hauptstadt sind Kranke
mit Verdacht auf Ebola gemeinsam mit Gesunden in einem Slum
eingesperrt.
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Kann man, soll man in Israel Urlaub machen? Meine Bekannten in Deutschland reagieren verdruckst. Doch Boykott ist falsch. Was hilft, um zu verstehen, ist: hinfahren. Ein Kommentar von Thomas Lackmann 58 Kommentare
Verlagsangebot
Südtirol – Kulturwandern vor grandioser Kulisse
Wandern Sie mit dem Kulturexperten Walter Kircher durch sein Land, eine Alpenregion mit unverwechselbarer Natur und einer besonderen Geschichte.Mobilität
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Der e-Golf ist geschmeidig und spurtstark. Trotz konventioneller Optik könnte er zum Weltbestseller unter den Elektroautos werden. Nur beim Laden trödelt er. von Christoph M. Schwarzer 25 Kommentare
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Der FC Bayern ließ dem VfL Wolfsburg im Auftaktspiel der Fußball-Bundesliga eine Halbzeit lang keine Chance. In der Schlussphase musste der deutsche Meister zittern. 5 Kommentare
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In der vergangenen Saison ist der HSV fast abgestiegen. Nun startet er in die 52. Bundesliga-Saison. Wird alles besser oder tut er sich wieder schwer? Ein Pro & Contra von Kilian Trotier, Johan Dehoust
Bücher:
Totenkünstler
Chris CarterHart. Härter. Carter. Eine Erfolgsgeschichte ist fortgeschrieben.Die Angst geht um beim Los Angeles Police Department. Wer von ihnen wird das nächste Opfer? Ein brutaler Mörder tötet Polizisten und formt aus ihren Körpern abscheuliche Figuren. Er versteht sich als Künstler. Und genau da setzen Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia mit ihren Ermittlungen an. Hunter weiß, wie Mörder denken. Und das könnte sein Todesurteil sein.
- Thriller
- ePub
- 448 Seiten
- The Death Sculptor
- Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger.
- ISBN-13 9783843705424
- Erschienen: 08.03.2013
- Aus der Reihe "Ein Hunter-und-Garcia-Thriller"
- Band 4
Vertreibung aus dem Paradies
Halima
Alaiyan
Die bewegende Geschichte einer PalästinenserinSie wurde in Palästina geboren, wuchs in Ägypten auf und lebt heute als Ärztin in Deutschland. Doch für ihre Freiheit musste Halima Alaiyan einen hohen Preis bezahlen: Sie verlor ihre Heimat, ihre Familie und zuletzt ihren Sohn.
- Taschenbuch
- Broschur
- 288 Seiten
- ISBN-13 9783548259703
- Erschienen: 01.11.2004
| © Jürgen Bauer |
In der Begründung der
Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung heißt es:
»Jürgen Becker ist eine maßgebliche Stimme der
zeitgenössischen Poesie, sein Werk hat die deutschsprachige
Dichtung über Generationen entscheidend geprägt. In seinem
über Jahrzehnte gewachsenen Werk hat er die Gattungsgrenzen
von Lyrik und Prosa beharrlich neu vermessen und verändert.«
Die Preisverleihung findet am
25. Oktober 2014 in Darmstadt statt.
Weitere
Informationen zum Autor » |
| © Robert Durell |
In der Jurybegründung heißt
es: »Eindringlich weist Jaron Lanier auf die Gefahren hin,
die unserer offenen Gesellschaft drohen, wenn ihr die Macht
der Gestaltung entzogen wird und wenn Menschen, trotz eines
Gewinns an Vielfalt und Freiheit, auf digitale Kategorien
reduziert werden.«
Die Preisverleihung findet am
12. Oktober 2014 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse in der
Paulskirche statt.
Weitere
Informationen zum Autor » |
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Auf Platz 1 der
SPIEGEL-Bestsellerliste Sachbuch
Der Berliner
Lebenskunstphilosoph und Bestsellerautor (Glück)
präsentiert ein Buch, in dem es ihm darum geht, Gelassenheit
nicht einfach nur zu proklamieren, sondern lebenspraktisch zu
zeigen, wie sie erreicht werden kann.
Weitere
Informationen zum Buch » |
suhrkamp krimi |
Sommerlektüre |
Insel-Bücherei |
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| Deutsche Krimi-Erstausgaben und hervorragend übersetzte Originalausgaben – Nervenkitzel, Spannung, Gänsehaut. Lesen Sie Monat für Monat einen neuen Kriminalroman. | Was gibt es Schöneres, als in der Ferienzeit an einem erholsamen Ort ein gutes Buch zu lesen? Entdecken Sie ausgewählte Romane, Biographien und Anthologien für Ihre Lektüre im Sommer. | In der Insel-Bücherei erscheinen bekannte und unbekanntere Werke namhafter Autoren der Weltliteratur, hochwertig ausgestattet, mit farbigem Überzugspapier. | |||
| Zu den suhrkamp krimis » | Zur Sommerlektüre » | Zur Insel-Bücherei » |
»Auf die Frage, wie in kürzester Form der Suhrkamp Verlag zu charakterisieren sei, antworte ich in der Regel: Hier werden keine Bücher publiziert, sondern Autoren.« Siegfried Unseld |
Im Mittelpunkt der Jahresprogramme steht nach wie vor die junge deutschsprachige Literatur. Auch „klassische Autoren“ – wie zum Beispiel Hermann Broch, Ödön von Horváth und Robert Walser – hat der Verlag neu entdeckt und große internationale Literatur übersetzt, allen voran Samuel Beckett, James Joyce und Marcel Proust. Einen Schwerpunkt bilden Titel aus der lateinamerikanischen, spanischen und portugiesischen Literatur von Isabel Allende, Octavio Paz bis Mario Vargas Llosa. Auch die Literatur aus Osteuropa unterstützt der Verlag mit seinen Veröffentlichungen zum Beispiel von Konrad, Hrabal oder Lem. Darüber hinaus setzt der Verlag Schwerpunkte in der Lyrik, der dramatischen Literatur, den Briefwechseln, Biographien, Essays und Werkausgaben.
Im Zentrum der Geisteswissenschaften stehen die Soziologie und die Philosophie mit Autoren wie Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Ernst Bloch, Hans Blumenberg Jürgen Habermas, Niklas Luhmann und Gershom Scholem.
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Nachrichten
Kinostart von »Concerning Violence«
mehr »12.08.2014
Uwe-Johnson-Preis 2014 für Lutz Seiler
mehr »21.07.2014
Zum Tod von Iring Fetscher
13. bis 16. März 2014
Leipziger Buchmesse
Vom 13. bis 16. März, Donnerstag bis
Sonntag, sind wir vor Ort auf der Leipziger Buchmesse und freuen uns
über Besuch und nette Gespräche in Halle 5, Stand E 402-404.
Wir freuen uns auch über drei Veranstaltungen zu unserer finnischen Anthologie »Alles absolut bestens bei mir« auf der Messe! Alle Infos dazu hier unter »Aktuell«.
Ort: Leipziger Buchmesse, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig
Zeit: Donnerstag, 13. bis Sonntag, 16. März, 10-18 Uhr
Weitere Informationen und Tickets: www.leipziger-buchmesse.de
Wir freuen uns auch über drei Veranstaltungen zu unserer finnischen Anthologie »Alles absolut bestens bei mir« auf der Messe! Alle Infos dazu hier unter »Aktuell«.
Ort: Leipziger Buchmesse, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig
Zeit: Donnerstag, 13. bis Sonntag, 16. März, 10-18 Uhr
Weitere Informationen und Tickets: www.leipziger-buchmesse.de
Lesung
8. März 2014
"Meine Geschichten sind zum Genießen da"
Ein Abend für Alice Munro
Die kanadische Schriftstellerin Alice Munro war jahrzehntelang bei uns ein Geheimtipp. Von ihr erschienen zahlreiche Bände mit Kurzgeschichten, die von der Kritik stets aufs Neue gelobt und mit Preisen geehrt wurden. Jedoch erst seitdem sie 2013 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, finden ihre Erzählungen auch hier die verdiente Resonanz beim Lesepublikum. In ihren Erzählungen stehen häufig Frauen im Mittelpunkt, deren Gefühlen sie nachspürt, sie hinterfragt und subtil schildert. Immer wieder thematisiert sie die wechselnden Schattierungen der Liebe sowie die mannigfachen Aufbrüche ihrer Protagonistinnen aus gewohnten Lebenssituationen. Ihre dichten Texte voll überraschender Wendungen machen aus Alltagsleben Weltliteratur - und in 35 Seiten packt sie so viel wie andere in ganze Romane!
Karen Nölle, Übersetzerin und Herausgeberin der edition fünf, gibt Einblick in das Werk der Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte, die Kieler Schauspielerin Eva Krautwig liest aus ihren Geschichten.
Eine Veranstaltung der Kreisblibliothek Eutin zum Internationalen Frauentag 2014 mit Unterstützung von: Sozialdienst katholischer Frauen Eutin, Notruf Ostholstein, Gleichstellungsstelle des Kreises Ostholstein, Frauenhaus Ostholstein, Deutscher Frauenring Ortsring Eutin, Amnesty International Gruppe Eutin/Plön
Beginn: 19.30 Uhr
Ort: Kreisbibliothek Eutin, Schloßplatz 2, 23701 Eutin
Eintritt: € 7 / € 5, Kartenvorverkauf in der Kreisbibliothek Eutin unter Tel. 04521/788782
Die kanadische Schriftstellerin Alice Munro war jahrzehntelang bei uns ein Geheimtipp. Von ihr erschienen zahlreiche Bände mit Kurzgeschichten, die von der Kritik stets aufs Neue gelobt und mit Preisen geehrt wurden. Jedoch erst seitdem sie 2013 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, finden ihre Erzählungen auch hier die verdiente Resonanz beim Lesepublikum. In ihren Erzählungen stehen häufig Frauen im Mittelpunkt, deren Gefühlen sie nachspürt, sie hinterfragt und subtil schildert. Immer wieder thematisiert sie die wechselnden Schattierungen der Liebe sowie die mannigfachen Aufbrüche ihrer Protagonistinnen aus gewohnten Lebenssituationen. Ihre dichten Texte voll überraschender Wendungen machen aus Alltagsleben Weltliteratur - und in 35 Seiten packt sie so viel wie andere in ganze Romane!
Karen Nölle, Übersetzerin und Herausgeberin der edition fünf, gibt Einblick in das Werk der Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte, die Kieler Schauspielerin Eva Krautwig liest aus ihren Geschichten.
Eine Veranstaltung der Kreisblibliothek Eutin zum Internationalen Frauentag 2014 mit Unterstützung von: Sozialdienst katholischer Frauen Eutin, Notruf Ostholstein, Gleichstellungsstelle des Kreises Ostholstein, Frauenhaus Ostholstein, Deutscher Frauenring Ortsring Eutin, Amnesty International Gruppe Eutin/Plön
Beginn: 19.30 Uhr
Ort: Kreisbibliothek Eutin, Schloßplatz 2, 23701 Eutin
Eintritt: € 7 / € 5, Kartenvorverkauf in der Kreisbibliothek Eutin unter Tel. 04521/788782
Lesung
5. März 2014
Eine Dichterehe
Diane Middlebrooks Biografie »Du
wolltest deine Sterne« analysiert die komplexe Beziehung der
genialen Dichter Sylvia Plath und Ted Hughes, ohne sich auf eine
Seite zu schlagen. Die Berliner Autorin und Literaturkritikerin
Manuela Reichart stellt Leben und Werk der Dichter vor, die
Ensemble-Mitglieder Katharina Susewind und Joachim Nimtz lesen
ausgewählte Briefe und Gedichte.
Ort: Berliner Ensemble (Probebühne), Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin
Zeit: 20.15 Uhr
Eintritt: 11 €
Weitere Informationen und Karten: www.berliner-ensemble.de
Susanna Alakoski
Ort: Berliner Ensemble (Probebühne), Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin
Zeit: 20.15 Uhr
Eintritt: 11 €
Weitere Informationen und Karten: www.berliner-ensemble.de
Madeleine Bourdouxhe
Erika Burkart
Kate Chopin
Marchesa Colombi
Beryl Fletcher
Zora Neale Hurston
Joyce Johnson
Gina Kaus
Annette Kolb
Ruth Liepman
Diane Middlebrook
Irmtraud Morgner
Alice Pung
Alice Munro
Marilynne Robinson
Malin Schwerdtfeger
Barbara Trapido
Eudora Welty
Zora Neale Hurston (1891–1960) wuchs in Eatonville, Florida, einer rein schwarzen Gemeinde auf. Erst als Erwachsene wurde ihr die soziale Bedeutung ihrer Hautfarbe bewusst. Im New York der 1920er gehörte sie zur Harlem Renaissance und veröffentlichte erste Texte. Als Anthropologin reiste sie viel; »Vor ihren Augen sahen sie Gott« schrieb sie in nur sieben Wochen auf Haiti. Sie starb in Armut. Heute wird sie in der englischsprachigen Welt gefeiert und verehrt. Hierzulande ist sie (noch) eine Entdeckung.
Foto: Carl Van Vechten
- Am 4. Juli 2009 erschien in der britischen Times ein Interview mit Ecclestone, in dem er die Politiker von heute mit Adolf Hitler (able to get things done „in der Lage, Dinge geregelt zu bekommen“) verglich und seine politischen Ansichten kundgab. Die Politiker von heute hätten zu viel Angst vor Wahlen und ließen Großbritannien untergehen. Er vertrat die Meinung, dass Hitler eigentlich kein wahrer Diktator war. Seiner Ansicht nach würde der damalige FIA-Präsident Max Mosley einen guten Premierminister für Großbritannien abgeben. Für seine Aussagen wurde er von politischen und jüdischen Gruppierungen gerügt und kritisiert.[1] Der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte die Formel-1-Teams auf, Ecclestone zu boykottieren.[2] Ecclestone entschuldigte sich später für seine Äußerungen.[3]
- Während des Prozesses wegen Korruption gegen Gerhard Gribkowsky (ehemaliges Vorstandsmitglied der BayernLB) beschuldigte der Oberstaatsanwalt Bernie Ecclestone. Er warf ihm vor, dem im Juni 2012 zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilten ehemaligen Bankvorstand 44 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt haben, um einen Verkauf der BayernLB-Anteile an der Formel-1-Holding zu erreichen. Ecclestone bestritt dies.[4]
-
Mitte Juli 2013 erhob die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht
München I Anklage gegen Ecclestone wegen Bestechung und
Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall.[5][6]
Seit Ende April 2014 wurde der Fall verhandelt. Ursprünglich waren
26 Prozesstage angesetzt. Das Verfahren wurde am 5. August 2014 nach
§ 153a
StPO
gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 100 Millionen US-$
(ca.75 Millionen Euro) eingestellt.[7]
Sonstiges
- In der alljährlichen Liste der reichsten Briten, die von der Sunday Times erstellt wird, liegt Ecclestone mit einem Vermögen von rund 2,2 Milliarden Britischen Pfund auf Platz 13.
- Zusammen
mit dem Luxemburger Kapitalfonds Genii
Capital[8]
wollte Ecclestone im Februar 2010 kurz vor „Torschluss“ einen
Mehrheitsanteil von Saab
erwerben.[9]
Auszeichnungen
Ecclestone-Bronzestatue am Hungaroring- Bronzestatue am Hungaroring in Ungarn für seine Verdienste um den ungarischen Motorsport
- Kommandeur des Ordens
des heiligen Karl (2006)
Literatur
- Tom Bower: Bernie Ecclestone: Die Formel 1 bin ich -
Biografie. vgs, Köln 2011, ISBN
978-3-8025-3751-6.
Der Saab 92 wurde über lange Zeit weiterentwickelt und wurde so zum Saab 93 und 96. Als zweite Produktreihe wurde 1968 der etwas größere 99 eingeführt, der eine Neuentwicklung darstellte und in der Folgezeit ebenfalls zum 900 weiterentwickelt wurde (mit vielen Gleichteilen). Ab 1969 wurden Saab-Fahrzeuge auch in Finnland bei Saab-Valmet produziert, darunter nur dort der Saab Finlandia.
Saab vertrieb in Skandinavien den Lancia Delta als Saab 600 und war auch an dessen Entwicklung beteiligt. Wenngleich das Fahrzeug als solches kein kommerzieller Erfolg war, so wurde das zweite gemeinsame Projekt ein Modell der gehobenen Mittelklasse entwickelt. Saab brachte den 9000 auf den Markt, und Lancia den Thema. Beide Modelle wiesen jedoch auch in technischer Sicht in vielen Bereichen eigenständige Lösungen auf. Der Entwicklung schlossen sich später auch Fiat und Alfa Romeo an. Der 9000 war bis 2010 (danach der 9-5) der größte gebaute Saab. Mehrere gescheiterte Projekte, aus diesem 9000 einen Nachfolger des 900 zu marktfähigen Preisen zu entwickeln, führten bei Saab Scania dann zu dem Bestreben, einen geeigneten Partner für die weitere Entwicklung der Autosparte zu suchen, der 1989 mit General Motors gefunden schien.
Übernahme durch GM
Nach Verlusten auf dem Fahrzeugsektor im Jahr 1989 und gescheiterten Kooperationsplänen mit Ford[10] ging Saab-Scania im Dezember 1989 eine Partnerschaft mit dem US-Konzern General Motors ein.[11] Im März 1990 wurde mit dem Fahrzeugsektor der Saab-Scania AB dann das Joint-Venture Saab Automobile AB gegründet; die Unternehmensanteile lagen zu je 50 % bei GM und Saab.[11] Seit der erneuten Ausgliederung der Scania AB firmierte der Mutterkonzern als Saab AB. Das erste Produkt der neuen Unternehmensstruktur war der 1993 erschienene 900 der zweiten Generation, der auf der sogenannten „GM2900“-Plattform basierte, die von Opel entwickelt worden war und z.B. im Opel Vectra verwendet wurde. Im Januar 2000 verkaufte Saab AB seine restlichen Anteile. Die Saab Automobile AB war damit vollständig im Besitz von General Motors.Ferry Porsche wollte das beste Auto der Welt bauen. Und das tat er auch. Kaum ein Porsche 911er, der aus technischen Gründen das Zeitliche segnet. Auch fast 50 Jahre später ist das Prinzip des Elfers immer noch das gleiche: Motor hinten, Arschloch vorne.
Leider hat das beste Auto der Welt auch die schlimmste Kundschaft der Welt. Kaum verdient ein Banker oder Manager genug, muss er einfach einen Porsche haben. Die meisten verstehen nichts von der Magie eines 911, sondern fahren ihn aus Statussymbol-Gründen.
Doch 911er ist nicht gleich 911er. Es gibt den Urelfer, das G-Modell, den 964, den 993, den 996 und aktuell den 997. Und von jedem Typ gibt es noch zig Ausführungen wie 4S, RS, GT, Turbo etc. Es ist also schwierig, im ganzen Typen-Wirrwarr den passenden 911er zu finden.
Trotzdem ist ein 911er die wohl einzige automobile Wertanlage, mit der man täglich rumdüsen kann. Selbst die grössten Schwarten werden im Internet nicht unter 20'000 Franken gehandelt, nach oben sind die Grenzen ziemlich weit offen. Nicht nur deshlab lohnt sich der hohe Anschaffungspreis, sondern auch, weil ein Porsche im Unterhalt ein echtes Sparbrötchen ist. Mal abgesehen von den Pneus, Versicherung und Unfallschäden. Aber selbst mit einem alten Porsche muss man nur alle 20'000 Kilometer zum Service, wo meistens nur Kleinigkeiten anfallen. Dieses Prachtsmodell, Jahrgang 1999, gibt’s bereits für CHF 35'900.--.
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